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Stefan Wewerka. deKONSTRUKTion dER mODERne

29.03.2019 – 21.09.2019 (verlängert !!!) / Forum Gestaltung, Ausstellungshalle, Magdeburg

Stefan Wewerka. DeKONSTRUKTion dER mODERne

Eröffnung am 28. 03., um 19.30 Uhr.
Eine Kooperation mit dem Kunstmuseum Villa Zanders, Bergisch Gladbach im Verbund „bauhaus100“ und der Landesinitiative „Hier macht das Bauhaus Schule #moderndenken“.

Vor nunmehr fünf Jahren wurde in Magdeburg auf Initiative des Forum Gestaltung e. V. und der Familie Stefan Wewerkas gemeinsam mit der Landeshauptstadt Magdeburg das Wewerka Archiv gegründet. Es wird durch das Forum Gestaltung e. V. betreut und durch die Stadt Magdeburg gefördert. Aus dem Bestand des Archivs und zahlreichen Leihgaben aus dem In- und Ausland veranstaltet Forum Gestaltung e. V. nun erstmals eine Ausstellung, die den Fokus auf die Grundbewegungen richtet, welche die verschiedenen Genres des komplexen Schaffens Stefan Wewerkas verbinden.

/Ein Rundgang durch die Ausstellung/

Stefan Wewerka (1928 Magdeburg – Berlin 2013) gilt als einer der vielseitigsten und eigenwilligsten Künstlerpersönlichkeiten der 1950er bis 90er Jahre. Sein Werk umfasst „nahezu alle künstlerischen Medien und Ausdrucksformen: Er ist Architekt und Objektkünstler, Designer und Modemacher, Möbelentwerfer und Innenarchitekt, Bildhauer, Maler und Grafiker, Filmemacher und Aktionskünstler. […] Auf all diesen Feldern hat Wewerka Bedeutendes, manchmal Exzeptionelles geleistet, weil er sie immer von Grund auf neu durchdacht hat.“ Mit diesen Worten versucht der Kulturwissenschaftler Volker Fischer 2013 Schaffen und Wirksamkeit Stefan Wewerkas zu umreißen.
U. a. bei Max Taut, dem Mies van der Rohe-Schüler Eduard Ludwig und dem Architekten und Möbeldesigner Georg Leowald hatte Wewerka 1946-50 in Berlin Architektur studiert. Mit den unter dem Begriff „Erdarchitektur“ versammelten Zeichnungen und einem visionären Pamphlet hinterfragt er dann schon 1957/58 die vielfach erstarrten Dogmen der internationalen Moderne und entwickelt seine, eine weiten Begriff von Funktionalität aufspannende, Idee eines natur- und menschengerechten Bauens, dessen praktische Realisierung ihm allerdings weitgehend verwehrt bleibt.

mdr Kultur
Moderner Provokateur: Stefan Wewerka und seine schräge Welt

Die Chance zur Verwirklichung seiner gestalterischen Ideen bietet ihm die Ende der 1970er Jahre 10 Jahre lang bestehende Zusammenarbeit mit der auf Bauhaus-Möbel spezialisierten Manufaktur Tecta. Doch beschränkt diese sich beileibe nicht auf Möbel wie den legendären Dreibeiner B1 oder den Fächertisch M1. Sie greift aus in die Architektur (Tecta-Pavillon), die eigenwillige Gestaltung von Fußböden (Hexenhaus) und den Entwurf von Bekleidung, so dass man sagen kann, dass sich Wewerkas künstlerisch-gestalterische Überlegungen zwar nicht von Muthesius´ sprichwörtlichen „Sofakissen“, so aber doch vom Essbesteck bis zum „Städtebau“ erstreckt haben.
Das alles geschieht im Kontext eines genremäßig nicht weniger weit ausgreifenden freien künstlerischen Werks, das Stefan Wewerka eigentlich berühmt und zu einer solitären Erscheinung in der Kunstgeschichte dieser Jahre macht. Das Aushebeln der Formalismen, das stupende Ableuchten der Kontexte ist schon der Grund seiner gestalterischen Entwürfe. Dieser „Treibstoff“ befreit und radikalisiert sich in seinen bildnerischen Arbeiten. Wewerkas Verschieben, sein Um- und umwenden der Dinge, das Zerschneiden, Verformen, die surreale Neukonstruktion, die wir etwa in Bildern und Skulpturen beobachten können, stellen Erfahrung und Denken gleichermaßen zur Disposition. Die entstehende Irritation hat den Effekt, uns die Gewissheit bezüglich der Ungewissheit zu schärfen und mutig den Raum zu ihrer Wahrnehmung zu eröffnen.

Es erscheint eine zweisprachige (dt./engl.)Begleitpublikation mit Beiträgen von Norbert Eisold, Petra Oelschlägel, Katharina Schmidt-Uhl, Stephan Wackwitz und Christian Welzbacher.

Gefördert durch das Land Sachsen-Anhalt und die Landeshauptstadt Magdeburg.
Mit freundlicher Unterstützung u. a. der ÖSA Versicherungen, der Städtischen Werke Magdeburg, der Stadtsparkasse Magdeburg und regiocom.

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