Nachrichten
18.02.2026
Tag der Archive 2026: Stefan Wewerkas „alte Heimat“
Was bedeutet Heimat – und wie verändert sie sich im Lauf eines Lebens? Anlässlich des 13. Tags der Archive lädt das Forum Gestaltung gemeinsam mit dem Wewerka Archiv am 8. März 2026 ab 13 Uhr zu einer filmischen und diskursiven Annäherung an diese Frage ein.
Im Mittelpunkt steht die Vorführung des Dokumentarfilms „Magdeburg sein“ (2015) von Regisseur Mathias Max Herrmann. Der ruhig beobachtende, entschleunigte Film nähert sich der Stadt Magdeburg über die Stimmen ihrer Bewohnerinnen und Bewohner: Zugezogene und Geborene, Künstler, Intellektuelle und Alltagsmenschen erzählen von Potenzialen, Brüchen, Verlusten und Hoffnungen. In atmosphärischen Luft- und Zeitrafferaufnahmen wird Magdeburg als Stadt sichtbar, deren besondere Geschichte bis heute nachwirkt – geprägt von Zerstörung, Neuanfang und einem oft beschriebenen „Phantomschmerz“, aber auch von Widerständigkeit und Charme.
Eine zentrale Stimme des Films ist der Künstler Stefan Wewerka (1928–2013), der immer wieder die schwierige Außenwahrnehmung seiner Geburtsstadt thematisierte. Seine „alte Heimat“ Magdeburg ließ ihn zeitlebens nicht los. Ausdruck davon ist unter anderem sein visionäres, nie realisiertes Projekt einer Otto-Säule, die auf dem Magdeburger Domplatz an die einstige Bedeutung der Stadt in Europa erinnern sollte. Zum Tag der Archive werden ausgewählte Entwürfe dieser geplanten Säule der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Filmvorführung und die Präsentation der Entwürfe nehmen wir zum Anlass, gemeinsam über Magdeburg, den Wandel des Heimatbegriffs und die Künstlerfamilie Wewerka ins Gespräch zu kommen. Der Aktionstag lädt dazu ein, Archive nicht nur als Orte der Bewahrung, sondern als lebendige Räume der Erinnerung, Reflexion und Zukunftsfragen zu begreifen.
Zum Film
„Magdeburg sein“ ist ein Blick auf die Stadt Magdeburg aus der Perspektive ihrer Bewohner und Besucher. Die Taxifahrerin, die an ihrem Geburtshaus vorbeifährt, das gerade abgerissen wird, der Domküster, der die Vorzüge farbloser Fenster im Dom beschreibt, der Oberbürgermeister, der mit Fragen städtebaulicher Umstrukturierung konfrontiert ist.
Regie und Kamera: Mathias Max Herrmann
Realisation: Gerald Rabe
Musik: Gerald Rabe | hyparschall
Originalton: Jascha Heidicke
Farbkorrektur: Peter Bräunig
Untertitel: Krister Johnson
Produktion: Norbert Pohlmann | Forum Gestaltung e. V.
Einlass
Am 8.3.2026 von 13.00 bis 16.00 Uhr ist der Bühnensaal geöffnet.
Filmvorführung: 14.00 Uhr
Preisinformation
Eintritt frei
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